Donnerstag, 23. August 2012

Projekt gegen Isolation von Schlaganfall-Patienten
Betroffene Patienten werden zu Helfern auf Augenhöhe ausgebildet

Schlaganfallpatienten und Aphasiker sollen in einem zunächst bis Sommer 2015 begrenzten Projekt zu Schlaganfall-Helfern ausgebildet werden, um als Helferinnen und Helfer Menschen bereits während der Erstversorgung nach einem Schlaganfall tatkräftig bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen. Die Hochschule für Gesundheit in Bochum beginnt im Herbst mit der Ausbildung von zunächst 15 Laien.

Initiatoren des Projekts "wollen Schlaganfallpatienten und Aphasiker so qualifizieren, dass sie anderen Betroffenen Hilfe anbieten können", sagt Professor Kerstin Bilda, Leiterin des Projekts und des Studiengangs Logopädie an der Hochschule. Gerade diese Menschen wüssten, mit welchen Problemen die Patienten zu kämpfen haben.

Genau so wichtig wie die Hilfe für die Erkrankten sei die Entlastung der Angehörigen, sagt Bilda. "Sie geraten gemeinsam mit den Patienten oft in die soziale Isolation."

Bilda hofft, dass die Schlaganfall-Helfer die soziale Teilhabe von Patienten und Angehörigen verbessern können. Das Angebot verstehe sich als Ergänzung zur medizinischen Versorgung. Projektpartner sind die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe, die AOK Rheinland/Hamburg und das nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium, das den Versuch mit 316.000 Euro fördert.

Der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer wird wissenschaftlich evaluiert. "Wir wollen prüfen, ob die Patienten und die Angehörigen das Angebot wirklich als sinnvoll empfinden", sagt Bilda. Die Unterstützung der Schlaganfall-Patienten soll quartiersnah, also im direkten Wohnumfeld erfolgen.

Der Einsatz der Helfer beginnt nach Angaben von Bilda möglichst noch während der Akutphase im Krankenhaus. "Bei der Entlassung soll der Helfer dem Patienten schon zur Seite stehen."

jos

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