Mittwoch, 16. Mai 2012

Forscher auf der Suche nach frühen Symptomen
Wenn der Neurologe Humphrey Bogart zitiert ...


Wenn der Neurologe sich seiner Patientin demnächst mit dem cineastischen Klassiker-Zitat "Schau mir in die Augen, Kleines" à la Casablanca nähert, dann ist er weder sexuell von der Rolle noch ein Möchtegern-Bogart - er will lediglich herausfinden, ob diese Patientin möglicherweise unter Morbus Parkinson leidet.

US-Forscher wollen nämlich entdeckt haben, dass eine spezielle Form des Augen-Zitterns sich womöglich zur Parkinson-Frühdiagnose eignen könnte.

Parkinsonspezialisten der Virginia Commonwealth University in Richmond hatten 112 Patienten mit Morbus Parkinson, darunter 18 noch unbehandelte, und 60 Kontrollpersonen im Labor untersucht, und zwar auf mögliche Auffälligkeiten im Bereich der Augenbreegungen.

Ein Augentremor fand sich bei allen Parkinsonpatienten und bei zweien der 60 Kontrollpersonen. Eine der zwei Kontrollpersonen hatte offenbar eine Parkinsonerkrankung ohne erkennbare Symptome.

Die Frequenz des Augentremors zeigte übrigens keinen Zusammenhang mit der Krankheitsdauer oder -schwere; auch die verwendete Dopa-Dosis hatte keinen Einfluss. Zudem waren behandelte und unbehandelte Patienten nicht an ihrem Augenzittern zu unterscheiden.

Die Schlussfolgerung des Forscherteams aus Richmond: Die für Parkinson typische Störung der motorischen Kontrolle betrifft nicht nur die Gliedmaßen. Auch das System der Augenbewegung scheint betroffen zu sein. Jetzt hoffen die Wissenschaftler auf die Entwicklung einer Parkinson-Frühdiagnose mit Hilfe der Augenuntersuchung.

jos

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