Dienstag, 6. Dezember 2011

Mit Terahertz und SafeCam Tebletten sicher stellen
Schluss mit dem "Pillen-Roulette" in Heimen und Kliniken

Mehr Sicherheit beim Zusammenstellen der Medikamente durch Terahertztechnik

Fotos (2): TeraPharm - Safecam
Besonders chronisch Kranke haben Probleme mit der korrekten Medikation. Über die Woche verteilt müssen nicht selten bis zu 40 oder 50 unterschiedliche Tabletten zur exakt richtigen Zeit genommen werden. Fehler sind da sozusagen vorprogrammiert. Mehr Sicherheit bringt ein neuer Blisterautomat zumindest in Kliniken und Heimen.


Fast zu einer Art "Russisch Roulette" wird das Jonglieren mit den vielen bunten Pillen in vielen Alters- und Pflegeheimen. Dem ohnehin hoffnungslos überforderte Pflegepersonal können kaum Vorwürfe gemacht werden, wenn beim Zusammenstellen der Medikamente Fehler vorkommen. Der neue Blisterautomat, den die Ruhruniversität Bochum (RUB) in Zusammenarbeit mit dem Blister Center Aschaffenburg entwickelte, kann für absolute Sicherheit sorgen - dank Terahertz-Technik.

   Fehler kommen vor   

Ein Bewohner eines Pflegeheims nimmt im Durchschnitt wöchentlich 48 verschiedene Tabletten ein. Um Fehler bei der Zusammenstellung zu vermeiden, greift man bereits jetzt zunehmend auf die “patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung” zurück: Die Medikamente eines Patienten werden für jeden Einnahmezeitpunkt automatisiert in ein Tütchen abgefüllt, auf dem der Name des Patienten, der vorgesehene Einnahmezeitpunkt und die enthaltenen Arzneimittel vermerkt sind.

Die richtige Zusammenstellung kontrollieren Kameras. Sie arbeiten mit einer Software, die der von Personenerkennungssystemen ähnelt. Da aber die Kamerasysteme nicht in der Lage sind, alle Tabletten einwandfrei voneinander zu unterscheiden, erfolgt zusätzlich die sehr zeitaufwendige visuelle Überprüfung durch speziell geschultes Personal.

   "Fingerabdruck" der Tabletten   

Ziel des neuen „SafeCam“-Systems ist es, jede einzelne Tablette fehlerfrei zu identifizieren. Dafür setzen die Projektpartner ein Terahertz-spektroskopisches Verfahren ein. Die verwendeten Beutel sind für Terahertzwellen – im Spektralbereich zwischen sichtbarem Licht und Radarfrequenzen – transparent, so dass die verschiedenen Wirkstoffe und Tablettenbestandteile unter der Bestrahlung eine Art unverkennbaren Fingerabdruck aufweisen. Fehler bei der Identifizierung lassen sich dann vollständig ausschließen. 

Entwickelt wurde das neue sichere System von einem  Team um Prof. Dr. Martin Hofmann (RUB, Photonik und Teraherztechnologie) in Kooperation mit Dr. Erich Henke vom Blister Center Aschaffenburg. Das Projekt konnte beim „Transfer.NRW Science to Business PreSeed-Wettbewerb“ überzeugen und wird nun als eines von elf Siegern vom NRW-Innovationsministerium mit 287.000 Euro gefördert.

jos / Quelle RUB

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