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Vorsängerin Gerlinde Kretschmann
auf der Website der Grünen in und
um Sigmaringen
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Soviel ist mal klar: "Wo man singt, da lass' dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder", sang schon 1804 ein gewisser Johann Gottfried Seume. Nun ja, der Sangesbegeisterte urteutsche Dichter irrte. Niemand geringerer als der Geheime Rat von Goethe geißelte vier Jahre später das garstige, weil politische Lied in seinem "Faust".
Aber glaubt man einer ehemaligen Grundschullehrerin und heute professionellen Gattin, dann ist Singen absolut jenseits von gut und böse, aber gesund - und wie.
Besagte Grundschullehrerin heißt Kretschmann. Gerlinde Kretschmann und sie hat die Lizenz zum Singen. Zum Vorsingen.
Wer die wackere Sangesschwester immer noch nicht erkannt hat: Sie ist nicht nur Gattin von Beruf seit einigen Monaten. Sie ist sogar Lady, genauer gesagt First Lady - seit ihr Mann Winfried konservativer grüner Ministerpräsident im "Ländle" des Schpätzle-Schabens und Häusle-Bauens wurde.
Ob First Ladies nun wollen oder nicht: Sie müssen unentwegt Gutes tun, werden biologisch rätselhaft neben ihrem Lady-Dasein zu Herren, grammatikalisch zweifelhaft als Herrinnen bezeichnet: Schirmherrinnen. Schirmfrauen gibt es nicht (außer vielleicht der "Schirm-Madam" in Thomas Manns Buddenbrooks)
Schirmherrinnen engagieren sich meist - mehr oder weniger überzeugend - auf gesundheitlichem Gebiet. Da wollte die Frau des frischgebackenen baden-württembergischen Ministerpräsidenten nicht zurückstehen.
Nur: Was passt für die Gattin des wenn auch ebenso erzkonservativen wie -katholischen grünen Landesfürsten?
Schirmherrin für Reiki? Das wäre ja wunderbar alternativ gewesen - aber doch auch nicht wirklich seriös.
Patronin der Tiefenhirnstimulateure? Das hat ja durchaus einen innovativen Touch - aber die Nähe zur Industrie hätte sich vielleicht doch nicht so recht einer grünen Gattin geziemt. Und außerdem: Wenn die Hightech-Hirnstocherei mal schief geht - wer war's dann? Natürlich das Mädel mit dem Schirm. Auf so was lässt sich eine vorsichtige Schwäbin nicht ein. Heiligs Blechle, was täte am End gar de Nachbarn schwätze.
Als unverfängliche Alternative verfiel die gelernte Lehrerin dann aufs Singen. Singen geht immer.
War nicht der Alt-BuPrä Walter Scheel wirklich berühmt geworden nicht etwa als erster Mann im Staate, sondern als Sänger und das auch noch hoch auf einem gelben Wagen? Dass der bekannteste Haarkranz der Nation der letzte noch lebende Minister der Kabinette von Konrad Adenauer und Ludwig Erhard ist (Loriot hätte gesagt: "Der letzte noch lebendste"), wäre eine fast unlösbare 300-EURO-Frage bei Jauch. Wer weiß das schon noch.
Aber dass er vorne beim Schwager sitzend 1974 Platz 5 der deutschen Charts stürmte, machte den heute 92jährigen zur Legende (vielleicht getoppt noch durch die Tatsache, dass Hella nicht nur von Sinnen, sondern auch seine Schwiegertochter ist).
Die clevere Lady aus dem Schwabenland verschont uns im Allgemeinen bislang mit öffentlichen Gesangsdarbietungen. Obwohl: Als aktives Mitglied des Laizer Kirchenchors könnte sie dem Gatten und uns schon mit einem munteren Ständchen den Tag erleichtern - beispielsweise, wenn der wegen seiner für einen Politiker zwar typischen, aber beim grün-alternativen Klientel immer noch nicht wirklich geschätzten Geschmeidigkeit in Sachen Stuttgart 21 in politische Bedrängnis geriete.
Gut unterrichtete Quellen berichten, dass der Kirchenchor des Sigmaringer Ortsteils Laiz mittlerweile verdächtig oft das schöne Volkslied "muss i denn..." übt.
Die „Singenden Krankenhäuser“, der Verein, dessen Schirmherrschaft die Ministerpräsidenten-Gattin jetzt übernommen hat, ist zurzeit so etwas wie der „letzte Schrei“ (hoffentlich nicht) in der Schmerz-Therapie. Einer der Hauptakteure der Bewegung, der Gründer von "Singende Krankenhäuser", Wolfgang Bossinger verspricht vollmundig, dass Singen „sogar chronische Schmerzen besiegt“ – ein zumindest gewagte Behauptung.
Wissenschaftölich beruft sich das singende Netzwerk vor allem auf den Göttinger Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther. In Veröffentlicheungen wird er gern schon mal als "Deutschlands renommiertester Hirnforscher" bezeichnet, fiel aber eher unglaubwürdig auf als er zum Beispiel behauptete, das ADHS-Medikament Ritalin verursache in späteren Jahren Parkinson - eine durch nichts bewiesene These.
Singen, so der Verein, sei ein ganzheitlicher Ansatz, "der innerhalb des schulmedizinischen Behandlungsprozesses mit einfachsten Mitteln in allen erdenklichen therapeutischen Settings, bei Frühgeborenen, mit Wachkomapatienten, bei spracheingeschränkten und behinderten Menschen, bei alten und dementen Menschen oder in der Psychiatrie umsetzbar ist"
Das Netzwerk Singende Krankenhäuser bietet nach eigenen Angaben qualifizierte Weiterbildungen zum Singleiter an, die sich an Vertreter der Gesundheitsberufe wenden. Über die exorbitant hohen Kosten gibt die Website des Vereins keine Auskünfte. Wer sich „qualifiziert weiterbilden“ möchte, wird aber freundlich schon mal eingeladen, fünf „Module“ zu buchen. Wirklich seriös klingt das nicht.
Ansonsten verkauft der Verein munter Bücher und DVDs.
Mit Hilfe der Neu-Promi Kretschmann werden sich die Umsatzzahlen gewiss leicht boosten lassen.
jos
Aber glaubt man einer ehemaligen Grundschullehrerin und heute professionellen Gattin, dann ist Singen absolut jenseits von gut und böse, aber gesund - und wie.
Besagte Grundschullehrerin heißt Kretschmann. Gerlinde Kretschmann und sie hat die Lizenz zum Singen. Zum Vorsingen.
Wer die wackere Sangesschwester immer noch nicht erkannt hat: Sie ist nicht nur Gattin von Beruf seit einigen Monaten. Sie ist sogar Lady, genauer gesagt First Lady - seit ihr Mann Winfried konservativer grüner Ministerpräsident im "Ländle" des Schpätzle-Schabens und Häusle-Bauens wurde.
Ob First Ladies nun wollen oder nicht: Sie müssen unentwegt Gutes tun, werden biologisch rätselhaft neben ihrem Lady-Dasein zu Herren, grammatikalisch zweifelhaft als Herrinnen bezeichnet: Schirmherrinnen. Schirmfrauen gibt es nicht (außer vielleicht der "Schirm-Madam" in Thomas Manns Buddenbrooks)
Schirmherrinnen engagieren sich meist - mehr oder weniger überzeugend - auf gesundheitlichem Gebiet. Da wollte die Frau des frischgebackenen baden-württembergischen Ministerpräsidenten nicht zurückstehen.
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Gerlinde Kretschmann auf Schloss Reitzenstein
Quelle: Staatsministerium BW
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Schirmherrin für Reiki? Das wäre ja wunderbar alternativ gewesen - aber doch auch nicht wirklich seriös.
Patronin der Tiefenhirnstimulateure? Das hat ja durchaus einen innovativen Touch - aber die Nähe zur Industrie hätte sich vielleicht doch nicht so recht einer grünen Gattin geziemt. Und außerdem: Wenn die Hightech-Hirnstocherei mal schief geht - wer war's dann? Natürlich das Mädel mit dem Schirm. Auf so was lässt sich eine vorsichtige Schwäbin nicht ein. Heiligs Blechle, was täte am End gar de Nachbarn schwätze.
Als unverfängliche Alternative verfiel die gelernte Lehrerin dann aufs Singen. Singen geht immer.
War nicht der Alt-BuPrä Walter Scheel wirklich berühmt geworden nicht etwa als erster Mann im Staate, sondern als Sänger und das auch noch hoch auf einem gelben Wagen? Dass der bekannteste Haarkranz der Nation der letzte noch lebende Minister der Kabinette von Konrad Adenauer und Ludwig Erhard ist (Loriot hätte gesagt: "Der letzte noch lebendste"), wäre eine fast unlösbare 300-EURO-Frage bei Jauch. Wer weiß das schon noch.
Aber dass er vorne beim Schwager sitzend 1974 Platz 5 der deutschen Charts stürmte, machte den heute 92jährigen zur Legende (vielleicht getoppt noch durch die Tatsache, dass Hella nicht nur von Sinnen, sondern auch seine Schwiegertochter ist).
Die clevere Lady aus dem Schwabenland verschont uns im Allgemeinen bislang mit öffentlichen Gesangsdarbietungen. Obwohl: Als aktives Mitglied des Laizer Kirchenchors könnte sie dem Gatten und uns schon mit einem munteren Ständchen den Tag erleichtern - beispielsweise, wenn der wegen seiner für einen Politiker zwar typischen, aber beim grün-alternativen Klientel immer noch nicht wirklich geschätzten Geschmeidigkeit in Sachen Stuttgart 21 in politische Bedrängnis geriete.
Gut unterrichtete Quellen berichten, dass der Kirchenchor des Sigmaringer Ortsteils Laiz mittlerweile verdächtig oft das schöne Volkslied "muss i denn..." übt.
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| "Singende Krankenhäuser"-Gründer Wolfgang Bossinger in YouTube" |
Wissenschaftölich beruft sich das singende Netzwerk vor allem auf den Göttinger Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther. In Veröffentlicheungen wird er gern schon mal als "Deutschlands renommiertester Hirnforscher" bezeichnet, fiel aber eher unglaubwürdig auf als er zum Beispiel behauptete, das ADHS-Medikament Ritalin verursache in späteren Jahren Parkinson - eine durch nichts bewiesene These.
Singen, so der Verein, sei ein ganzheitlicher Ansatz, "der innerhalb des schulmedizinischen Behandlungsprozesses mit einfachsten Mitteln in allen erdenklichen therapeutischen Settings, bei Frühgeborenen, mit Wachkomapatienten, bei spracheingeschränkten und behinderten Menschen, bei alten und dementen Menschen oder in der Psychiatrie umsetzbar ist"
Das Netzwerk Singende Krankenhäuser bietet nach eigenen Angaben qualifizierte Weiterbildungen zum Singleiter an, die sich an Vertreter der Gesundheitsberufe wenden. Über die exorbitant hohen Kosten gibt die Website des Vereins keine Auskünfte. Wer sich „qualifiziert weiterbilden“ möchte, wird aber freundlich schon mal eingeladen, fünf „Module“ zu buchen. Wirklich seriös klingt das nicht.
Ansonsten verkauft der Verein munter Bücher und DVDs.
Mit Hilfe der Neu-Promi Kretschmann werden sich die Umsatzzahlen gewiss leicht boosten lassen.
jos
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