Montag, 17. Oktober 2011

Frankfurter Psychologen suchen Teilnehmer an Studien
"Albträume lassen sich effektiv behandeln":
Auseinandersetzen mit dem Traum - oder ihn "harmlos verändern"

Viele chronisch Kranke, vor allem Parkinson-Patienten leiden als "Bestandteil" ihrer Krankheit oder als Folge der Medikation häufig unter Albträumen, die nicht selten sehr intensiv und "realistisch" sind. Die Folge ein wenig erholsamer Nachtschlag und massive Störungen der Wach-Schlaf-Rhythmen mit großer Tagesmüdigkeit. Psychologen der Frankfurter Goethe-Universität behaupten: "Albträume lassen sich effektiv behandeln."


„Dass Albträume psychotherapeutisch schnell und effektiv behandelt werden können, wissen die wenigsten“, behauptet Prof. Stagnier, vom Institut für Psychologie der Goethe-Universität. In der dortigen Verhaltenstherapie-Ambulanz läuft zurzeit eine groß angelegte Studie, in der die Wirksamkeit von zwei Behandlungskonzepten miteinander verglichen werden soll.

In der ersten Therapie sollen sich die Betroffenen unter geschützten Bedingungen mit den Inhalten ihrer Alpträume auseinandersetzen. Eine andere therapeutische Methode zielt darauf ab, dass die Betroffenen versuchen, in ihrer Vorstellung die Inhalte des Alptraums zu verändern. 

Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Kathrin Hansen nennt ein Beispiel: „Eine Studienteilnehmerin quälte sich nächtens mit folgendem Traum: Sie geht an einer Straße entlang, ein Auto mit verdunkelten Scheiben rollt langsam näher, plötzlich ist die Straße sehr steil, so dass sie nicht weglaufen kann. Von dem Auto geht eine große Bedrohung aus. Ihre Beine werden so schwer, dass sie gar nicht mehr gehen kann, das Auto bleibt direkt neben ihr stehen, maskierte Männer steigen aus.“ An diesem Punkt erwacht die Frau mit Herzrasen. In der Therapie lernt sie den Traum zu verändern, sie wählt eine Variante, in der Freunde aus dem Auto aussteigen.

Als Albtraum bezeichnen Psychologen Träume, aus denen die Betroffenen erwachen und an die sie sich sehr detailliert und lebhaft erinnern; in diesen Träumen geht es zumeist um Themen wie Bedrohung des eigenen Lebens, der persönlichen Sicherheit oder der Selbstachtung. Nach dem Aufwachen erleben diese Menschen Furcht oder Angst, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Herzrasen einhergehen. „Albträume wirken sich nicht nur negativ auf den Schlaf und das Ausmaß der Erholung aus, sondern können auch zu einer deutlichen Belastung in anderen Lebensbereichen führen. Beispielsweise lösen sie depressive Verstimmungen, Angst und ein erhöhtes Stressempfinden aus“, erläutert Hansen. „Betroffene haben aus diesem Grund häufig starke Angst vor dem Einschlafen.“

jos


Probanden für Studie gesucht

Für die geplante Vergleichsstudie suchen die Psychologinnen betroffene Personen. Insgesamt sollen 90 Personen im Rahmen dieser Untersuchung behandelt werden. „Natürlich informieren wir die Mitwirkenden auch ausführlich darüber, wie diese Alpträume entstehen“, ergänzt die Studientherapeutin Diplom-Psychologin Tana Kröner.


Informationen: Dipl.-Psych. Tana Kröner und Dipl.-Psych. Kathrin Hansen, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Campus Bockenheim, 


Tel.: (069) 798 – 25107, studie-alptraum@stud.uni-frankfurt.de





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