Donnerstag, 29. September 2011

Maßgeschneiderte Musik kann helfen - aber nicht jedem Patienten:
Tinnitus: Auf die Frequenz kommt es an

Die an der Westfaelischen Wilhelms-Univerdität Münster entwickelte Kurzzeit-Therapie mit maßgeschneiderter Musik hilft nur den Patientenn, deren Ohrgeräusche eine Frequenz bis zu acht Kilohertz haben. Das hat ein Team um Dr. Henning Teismann vom Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der Universität Münster herausgefunden und damit die eigenen Forschungsergebnisse korrigiert. 

Die neuen Erkenntnisse sind nun in der Online-Fachzeitschrift PLoS One veröffentlicht worden. An der Studie nahmen 20 Personen teil, die unter chronischem tonalem Tinnitus leiden; das ist ein Tinnitus, der wie ein Pfeif- oder Piepton klingt . 

Bei der einen Hälfte der Teilnehmer lag die Tinnitus-Frequenz bei höchstens acht Kilohertz, bei der anderen Hälfte darüber. Alle Teilnehmer wurden kurz und intensiv – an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über jeweils sechs Stunden – mit maßgeschneiderter Musik behandelt. Jeder Teilnehmer durfte Musik auswählen, deren Frequenzspektrum anschließend individuell verändert wurde.  Das Ziel der Therapie: Die Tinnitus-„Lautheit“ - und damit die „Lästigkeit“ - soll reduziert werden. 

 Von der Kurzzeit-Behandlung profitierten nur Teilnehmer mit Tinnitus-Frequenzen unter acht Kilohertz, bei den Teilnehmern mit extrem hohen Frequenzen hingegen gab es keine signifikanten Effekte. In der Studie zeigte sich außerdem, dass die mit der Kurzzeit-Therapie erreichten Veränderungen nicht dauerhaft sind – das legt nahe, die neue Therapie über längere Zeiträume anzuwenden, um so eine nachhaltigere Wirkung zu erzielen. 

Derzeit sucht das Institut 300 Probanden für die weitere Erforschung der neuen Tinnitus-Therapie Information: Ansprechpartner für interessierte Patienten: Dr. Henning Teismann, h.teismann@uni-muenster.

jos

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