Donnerstag, 30. Juni 2011

Mit (gefilterter) Lieblingsmusik gegen den chronischen Tinnitus

Ein bis zwei Stunden Musik hören - und mit ein bisschen Glück (und der "richtigen" Musik) piepst und rauscht es nicht mehr im Ohr. Ganz so einfach ist es zwar nicht, einen chronischen Tinnitus weg zu "zaubern"; aber im Prinzip kann die richtige Musik schon dazu beitragen, die lästigen bis quälenden Geräusche im Ohr wirkungsvoll zu behandeln - wenn sie richtig aufbereitet wurde.


Wie die Tageszeitung "WELT" berichtet, haben Hirnforscher der Universität Münster eine neue vielversprechende Musikthetapie zur Behandlung des chronischen Tinnitus entwickelt. Dauern die Ohrgeräusche nämlich länger als drei Monate an, können sie mit Medikamenten nicht mehr behandelt werden: Sie gelten dann als chronische Erkrankung.

Wie die "Welt"-Jouralistin Sabine Maurer berichtet, vergleichen die Hirnforscher der Universität Münster einen Tinnitus mit dem Phantomschmerz nach der Amputation einer Gliedmaße. "Der Tinnituspatient nimmt einen Phantomklang wahr", erklärt Prof. Christo Pantev, Direktor des Instituts für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der Universität Münster. Ursache sei eine Überaktivität des Gehirns.

Das Prinzip der neu entwickelten Musiktherapie ist es, die überstrapazierten Nervenzellen zu beruhigen.

Und so funktioniert es: Der Patient sucht sich mehrere Stücke mit seiner Lieblingsmusik aus. "Am Computer filtern wir dann genau die Frequenz aus der Musik heraus, die der jeweiligen Tinnitus-Frequenz des Patienten entspricht", erklärt Pantev. Für den Patienten hört sich die gefilterte Musik übrigens nach der Bearbeitung  nicht anders an als vorher.

Dieser Musik lauschen die Patienten täglich zwischen ein bis zwei Stunden. Der Erfolg soll beachtlich sein.

Das Gehirn lernt beim Hören der gefilterten Musik, die störenden Geräusche auszublenden. Bei einer Studie des Deutschen Zentrums für Musiktherapie in Heidelberg kam heraus, dass der Tinnitus bei musiktherapeutisch behandelten Patienten nach einem Jahr deutlich leiser geworden war und als weniger lästig empfunden wurde.

jos



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