Dienstag, 14. Juni 2011

Alzheimer-Diagnose - lange bevor die Krankheit ausbricht

Alzheimer-Demenz ist unheilbar. Je früher aber eine sichere Alzheimer-Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen, das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern und die noch vorhandenen kognitiven Fähigkeiten durch eine gezielte Therapie so lange wie möglich zu erhalten. Leipziger Nuklearmedizinern ist in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern in den USA, Australien und der Schweiz möglicherweise gelungen, mit Hilfe  eines Positronen-Emissions-Tomografen (PET) Alzheimer demnächst bereits zu diagnostizieren, bevor Symptome auftreten. Der PET wird unter anderem auch zu einer relativ sicheren Diagnose des Morbus Parkinson eingesetzt.


Bei den Leipziger Studien unter der Leitung von Professor Dr. Osama Sabri, Chef der  Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Leipzig , wurde die schwach radioaktiven Marker-Substanz Florbetaben den Probanden in den Arm gespritzt. Nachdem sich das Florbetaben dann im Gehirn anreichert hat, kann das Eiweiß Beta-Amyloid mittels eines Positronen-Emissions-Tomografen (PET) nachgewiesen werden. Beta-Amyloid gilt als Auslöser der Alzheimer-Demenz.

Zehn bis 15 Jahre bevor die Alzheimer-Erkrankung ausbricht, lagert sich dieses Eiweiß im Hirn an. Beta-Amyloid, so die Annahme der Mediziner, ist giftig für die Nervenzellen im Gehirn und führt dazu, dass diese absterben. Mit dem neuen so genannten PET-Tracer könnte die Krankheit in Zukunft bereits diagnostiziert werden, bevor Symptome auftreten.

Bisher wird Alzheimer-Demenz mit klinischen Tests, beispielsweise zur Leistung des Gedächtnisses, diagnostiziert. Diese können jedoch nur bedingt Auskunft über eine tatsächliche Erkrankung geben.

Tragisch: In bis zu einem Drittel der Fälle ist die Alzheimer-Diagnose falsch. Makaber, aber Tatsache: Bisher kann Alzheimer wirklich sicher erst nach dem Tod der Kranken diagnostiziert werden – durch eine mikroskopische Untersuchung des Hirns.

jos

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Sie können hier einen Kommentar schreiben - bitte mit Namensnennung
Oder schreiben Sie mir eine Mail an: 
redaktion@chronisch-leben.de