Mittwoch, 11. Mai 2011

Umstrittene XCell-Stammzellen-Center müssen erst mal schließen

Vorläufig geschlossen sind die deutschen XCell-Center -"Behandlungs"-Termine werden auf der Hompage der Firma abgesagt.Aufgeben wollen die umstrittenen Stammzellen-"Therapeuten" aber offensichtlich immer noch nicht


Die umstrittenen „XCell Center“ in Köln und Düsseldorf müssen vorläufig schließen. Nachdem ein 18 Monate altes Baby infolge der „Therapie“ starb, bei der Stammzellen ins Hirn gespritzt werden, hat die Bezirksregierung Köln in Absprache mit dem NRW-Gesundheitsministerium eine Untersagungsverfügung auf den Weg gebracht. "Das bedeutet, dass der Firma ab sofort die Abgabe sämtlicher stammzellhaltiger Knochenmarkpräparate untersagt ist", sagt Christoph Meinerz, Pressesprecher des Ministeriums, im Gespräch mit der Rheinischen Post (RP).
XCell hatte eine Ausnahmeregelung im Bundes-Arzneimittelgesetz genutzt, um die umstrittene „Therapie“ anbieten zu können. Der Bund hatte eine Übergangsfrist für "biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte" (das sind unter anderem auch stammzellhaltige Knochenmarkpräparate) vorgesehen. Bis zum 1. Januar 2011 durften solcher Arzneimittel auch ohne Genehmigung in den Verkehr gebracht werden.

   Staatsanwaltschaft ermittelt   
Die Staatsanwaltschaft ermittelt in zwei Fällen gegen eine XCell-Ärztin sowie die Geschäftsführung der Firma. Bei den Ermittlungen geht es um den Tod des 18monatigen Babies sowie um einen 10jährigen Jungen, dessen Zustand sich nach der Therapie gravierend verschlechterte.

Allerdings war das jetzt verfügte Abgabeverbot, das die vorläufige Schließung der XCell-Kliniken zur Folge hatte, nicht die Folge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Der Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums betonte, der Vertrieb der stammzellhaltigen Präparate sei lediglich verboten worden, weil die Ausnahmegenehmigung im Januar 2011 ausgelaufen sei.

Auf der Internet-Seite von XCell informiert derzeit ein Text darüber, dass aufgrund einer neuen Rechtslage keine Behandlungstermine wahrgenommen werden könnten (siehe Screenshot oben).

   Katholische Kirche lobte "das Wunder von Köln"    
Als die gefährliche und unwirksame Stammzell-„Therapie“ von XCell angekündigt wuiurde, löste das zunächst wieder einmal einen regelrechten Medien-Hype“ aus – versprach man sich doch eine „Heilung“ unter anderem von Parkinson, Alzheimer, MS und anderen unheilbaren chronischen Krankheiten. Die katholische Kirchenzeitung sprach vom "Wunder von Köln" und auch die Apothekenzeitung titelte "Oft zu spät, aber nie zu früh"

Schon vor dem Todesfall wurden aber erste mahnende Stimmen laut. In einem Bericht des „Deutschlandfunk“ wurde aufgedeckt, dass zum Beispiel die behandelnde XCell-Ärztin Angy E. Neurochirurgin ist und keine Expertin für Stammzellen. Auch kein anderer Arzt des X-Cell-Centers und kein Mitglied des wissenschaftlichen Beirates, so der Deutschlandfunk, habe wissenschaftliche Veröffentlichungen im Bereich der Stammzelltherapie vorzuweisen.

Bezahlen mussten Hilfesuchende bis zu 24.000 EURO für die jetzt unterbundene „Therapie“.

Jos

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Siehe hierzu auch chronischLEBEN-Kommentar:
No risc, no health? Nein danke

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